Der Blutkreislauf des ungeborenen Kindes

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Am 21. Entwicklungstag hat ein Embryo ein schlagendes Herz und einen eigenen Blutkreislauf. Da die Lungen des ungeborenen Kindes nicht ausgebildet sind und somit kein Gasaustausch stattfindet, muss das Blut einen anderen Weg gehen als beim geborenen. Über eine mütterliche Arterie wird sauerstoffreiches Blut zur Placenta geführt. Durch die Placenta hindurch findet per Diffusion ein Gasaustausch statt. Die Nabelvene nimmt den Sauerstoff auf und somit sauerstoffreiches Blut beinhaltet. Die Nabelvene führt einen Teil dieses sauerstoffreichen Blutes in die Vena cava inferior und vermischt es mit sauerstoffarmen Blut. Der Gang zur Vena cava inferior ist zusätzlich angelegt, damit dieses sauerstoffreiche Blut nicht komplett zur Leber gebracht wird. Der Gang, der die Leber umgeht, heißt Ductus venosus. Der Rest des Blutes geht den normalen Weg über die Pfortader zur Leber, von hier zur unteren Hohlvene. Im weiteren Verlauf des embryonalen Kreislaufs gibt es kein sauerstoffreiches Blut mehr, sondern nur noch Mischblut. Die untere Hohlvene mündet dann in den rechten Vorhof. Da diese große Menge Blut nicht komplett zur Lunge gelangen soll, befindet sich im Septum zwischen den beiden Vorhöfen eine Öffnung, das Foramen ovale. Dieses Blut, welches in den linken Vorhof gelangt, wird dann den ganz normalen Weg weitergehen über die Aorta und die Organe. Ein kleiner Teil des Blutes wird vom rechten Vorhof in die rechte Kammer und dann in die Lunge gebracht. Dieses ist aber immer noch eine zu große Blutmenge, es wird jetzt über einen dritten eingeschalteten Kurzschluss, dem Ductus Botallo, zwischen Truncus pulmonales und Aorta die Lunge umgangen. Der Rest des ungeborenen Kreislaufs geschieht wie beim geborenen. Das sauerstoffarme Blut des ungeborenen Kindes wird über zwei Nabelarterien zur Placenta gebracht und dort wieder ausgetauscht. Die Nabelvene und die beiden Nabelarterien bilden zusammen die Nabelschnur. Ein ungeborenes Kind hat drei zusätzliche Verbindungen, um den Gasaustausch in der Lunge zu verhindern. Nach der Geburt veröden Ductus Botallo und Ductus venosus, und das Foramen ovale schließt sich.

  • Ductus Botallo

  • Foramen ovale

  • Ductus venosus

  • Nabelvene

  • Nabelarterie

  • Placenta

  • mütterliche Vene

  • mütterliche Arterie

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