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Die Milz (Superlymphknoten, =Splen, =Lien)

Die Milz ist das größte, in den Blutkreislauf eingeschaltete Organ aus lymphatischem Gewebe. Sowie sich Lymphknoten im Lymphkreislauf aufhalten, befindet sich auch die Milz im Blutkreislauf.

Die Milz liegt im oberen Bauchraum intraperitoneal unter der linken Zwerchfellkuppe, auch als Zwerchfellnische bezeichnet. Sie ist dort mit dem Zwerchfell verwachsen und liegt in Höhe der neunten bis elften Rippe. Die Milz hat eine rotbraune oder lila Farbe und die Form einer hohlen Hand. Das Gewicht beträgt 150 bis 200 g und sie ist etwas größer als die Niere (4 cm * 8 cm * 12 cm; L * B * H). Angrenzende Organe sind Niere, Magen, Linke Dickdarmkurve und Pankreas. Die arterielle Blutversorgung der Milz übernimmt die A. lienalis, die dem Truncus coeliacus entspringt. Die venöse Entsorgung des Blutes geschieht über die V. lienalis, die zur V. portae führt.

Die Luft- und Atemwege

Der Kehlkopf

Der Kehlkopf stellt die eigentliche Eingangspforte der Atemwege dar und liegt an der Vorderseite des Halses über der Trachea. Er ist ein röhrenförmiges Knorpelgerüst mit Bindegewebeeinlagerungen und ist am Zungenbein (Os hyoideum) befestigt. Der Kehlkopf besteht aus:

  • Schildknorpel (Cartilago thyreoidea)

  • Ringknorpel (Cartilago cricoidea)

  • elastisches Band zwischen Ring- und Schildknorpel (Ligamentum conicum)

  • Aryknorpel oder auch Stellknorpel

  • Glottis (die Höhe der Stimmritze im Kehlkopfinneren)

Der Schildknorpel (Cartilago thyreoidea) besteht aus zwei vorne zusammengewachsenen Schildknorpelplatten, der vorspringende Teil wird Adamsapfel (Promitia laryngea) genannt. Der Schildknorpelwinkel ist bei weiblichen und männlichen Personen vor der Pubertät gleich (ca. 120°), bei männlichen Personen wächst der Kehlkopf durch die vermehrte Testosteronproduktion in der Pubertät nach vorne, der Schildknorpelwinkel verändert sich (90°) und die Stimmbänder wachsen dadurch mit, werden so länger und die Stimme wird tiefer.

Unter dem Schildknorpel befindet sich ein zweiter Knorpel, der Ringknorpel (Cartilago cricoidea).

Zwischen dem Ring- und dem Schildknorpel befindet sich ein elastisches Band, das Ligamentum conicum; dieses kann im Falle höchster Atemnot durchschnitten werden (Coneotomie).

An der hinteren oberen Kante des Ringknorpels befinden sich zwei dreieckige, pyramidenförmige, bewegliche Aryknorpel oder auch Stellknorpel. An der vorderen Kante dieser Aryknorpel setzen jeweils die Stimmbänder (Plicae vocales) an; diese durchziehen das Kehlkopfinnere bis hin zu den Schildknorpeln. Durch Muskelzug werden die Aryknorpel gedreht und stellen somit die Stimmritze weit bzw. eng.

Bei der Stellung der Stimmritze kennen wir die Respirations- bzw. die Phonationsstellung. Bei der Respirationsstellung sind die Stimmbänder weit voneinander entfernt, in dieser Phase wird eingeatmet. Bei der Phonationsstellung stehen die Stimmbänder eng beieinander, hierbei werden durch den Anblasedruck der Lunge die Stimmbänder in Schwingungen versetzt und somit Töne erzeugt. Kurze und straff gespannte Stimmbänder können in eine hohe Schwingungsfrequenz versetzt werden, eine hohe Stimme wird erzeugt. Lange und nicht so straff gespannte Stimmbänder ermöglichen eine geringere Schwingungsfrequenz und erzeugen eine tiefe Stimme. Die Lautstärke wird durch den Anblasedruck der Lunge reguliert.

An der Stimmbildung sind beteiligt: die Lunge als Winderzeuger, der Kehlkopf als Stimmbildungsorgan und die Nasennebenhöhlen als Resonanzgestalter. In den Seitenwänden des Kehlkopfes kurz unterhalb der Stimmbänder befinden sich zwei Schleimhautfalten, auch Taschenfalten (Plicae vestibulares) oder falsche Stimmbänder genannt, sie können sich leicht annähern, aber keine Töne erzeugen.

Zum Kehlkopf gehört weiterhin der Kehldeckel (Epiglottis), ein schuhlöffelartiger (= schuhanziehartiger) Knorpel, welcher von verhornten Plattenepithel überzogen ist und deshalb eine graue Farbe aufweist. Dieser Kehldeckel ist mit Muskulatur an den Schilddeckeln befestigt und hat die Aufgabe, die tieferen Atemwege vor der Aspiration von Fremdkörpern zu schützen. Bei

der Stimmgebung ist der Kehldeckel hochgestellt, damit sich die Luft frei bewegen kann, bei der Nahrungsaufnahme legt sich der Kehldeckel auf die Stimmritze. Die Speise über oder neben dem Kehldeckel zur Speiseröhre, welche hinter dem Luftröhreneingang liegt.

Als Glottis bezeichnet man die Höhe der Stimmritze im Kehlkopfinneren. Das Innere des Kehlkopfes ist ausgekleidet mit Flimmerepithelgewebe, in dem schleimgebende Becherzellen liegen. Die Aufgabe dieses Flimmerepithels liegt im Filtern, Anfeuchten und Anwärmen der Atemluft.

Die Luftröhre

An den Ringknorpeln des Kehlkopfes schließt sich die Luftröhre (Trachea) an. Die Trachea hat eine Länge von etwa 12 cm und einen Durchmesser von 2,5 cm. Sie verläuft senkrecht im Mediastinum vor der Speiseröhre. Das Lumen (die lichte Weite) der Trachea muß ständig garantiert sein, die Wände dürfen einander nicht berühren, daher sind 12 bis 16 hufeisenförmige Knorpelspangen eingelagert. Diese Knorpelspangen sind hinten mittels Bindegewebe und glatter Muskulatur verschlossen. Diese bindegewebige Membran kann leicht nach vorne treten, somit wird der Druck in der Trachea erhöht und Fremdkörper können beim Hustenreflex besser herausgeschleudert werden. Das gesamte Innere der Trachea ist wie das Innere des Kehlkopfes mit Flimmerepithelgewebe gleicher Funktion und gleichen Aufbaus ausgekleidet.

Die Lunge (Pulmo)

Die Lunge besteht aus dem Bronchialbaum und dem eigentliche Lungengewebe, den Lungenbläschen (Alveolen); die Alveolen besitzen keine schmerzleitenden Nervenbahnen.

Die Lunge wird unterteilt in zwei Atmungsorgane, auch zwei Lungen, jede Lunge bzw. jeder Lungenflügel ist wiederum unterteilt in Lungenlappen. Die rechte Lunge weist drei, die linke Lunge weist zwei Lappen auf. Die Lungenlappen teilen sich weiter auf, in Lungensegmente, wobei die rechte Lunge 10, die linke Lunge variabel 8 bis 10 Lungensegmente aufweist.

Umgeben ist die Lunge vom Brustfell (Pleura). Die Pleura umgibt separat beide Lungen und besteht aus zwei Gewebeschichten, zum Einen der Pleura visceralis, dem Lungenfell, er liegt den Alveolen direkt auf und ist mit ihnen verwachsen. Zum Anderen besteht die Pleura aus dem Rippenfell (Pleura parietalis), im Bereich der Rippen heißt sie Pleura costales, unten Pleura diaphragmatica (liegt auf dem Diaphragma) und Pleura mediastales im Bereich des Mediastinums. Die Pleura visceralis sondert ständig eine geringe Menge seröser Flüssigkeit ab. Diese Flüssigkeit belegt den kleinen Spalt zwischen den beiden Pleurablättern, den Pleuraspalt. Die Aufgabe der serösen Flüssigkeit im Pleuraspalt besteht in der Schmierfunktion und dass die beiden Pleurablätter sich bei der Atmung nicht voneinander trennen. Im Pleuraspalt ist ein Unterdruck / Sog. Wir haben nach maximaler Ausatmung den niedrigsten Druck, bei maximaler Einatmung den höchsten im Pleuraspalt. Bei maximaler Ausatmung befindet sich in der Lunge noch 1000 ml Luft, man nennt dieses Volumen auch Residualvolumen.

Der Bronchialbaum

Der Bronchialbaum besteht aus der Trachea, den Bronchien und den Alveolen. Etwa in der Höhe des vierten Halswirbelkörpers teilt sich die Trachea in einen rechten und einen linken Haupt- oder Stammbronchus (Bronchus principalis). Der rechte Hauptbronchus fällt etwas steiler nach unten ab, deshalb gelangen Fremdkörper auch meist in die rechte Lunge. Die Eintrittspforte der großen Bronchien in das eigentliche Lungengewebe nennt man Hilus pulmonalis. Diese Stammbronchen zweigen in die nächstkleineren Bronchen ab: Lappenbronchen (Bronchus lombares (Pl.), Bronchus lombaris (Sg.)). Diese Lappenbronchen teilen sich in die Segmentbronchen (Bronchus segmentales). An die Segmentbronchen schließen sich die Bronchien an. Der gesamte Bronchialbaum, einschließlich der Bronchien, besitzt knorpelige Versteifungen in Spangen- oder Plattenform. An die Bronchien schließen sich die Bronchiolen an, sie sind knorpelfrei; das bedeutet, dass die Bronchiolen zusammenfallen können. Die Bronchiolen teilen sich in weitere Äste, die endständigen Bronchiolen (Bronchiolus terminales) auf. Diese zweigen sich in die Atmungszweige (Alveolii respiratorii) auf. Hier finden wir erstmalig Alveolen, wo auch erstmalig ein Gasaustausch stattfindet. An die Atmungszweige schließen sich die Lungenbläschen (Alveolen) an. Die Alveolen haben eine halbkugelige Form mit einem Durchmesser von 0,4 bis 0,5 mm bei der Einatmung, 0,2 bis 0,3 mm bei der Ausatmung. Jede Lunge hat über 100 Millionen dieser Alveolen. Jede Alveole ist von einem Netz feinster Kapillargefäße umsponnen und zwischen den Alveolen und den umgebenden Blutgefäßen findet der Gasaustausch nach dem physikalischen Gesetz der Diffusion (Wanderung der Gase Sauerstoff und Kohlendioxid vom Ort höherer Konzentration zum Ort niedriger Konzentration) statt. So gelangt Sauerstoff von den Alveolen ins Blut und Kohlendioxid vom Blut in die Alveolen. Diese Atmung bezeichnen wir als äußere Atmung oder auch als Lungenatmung. Diese atmende Oberfläche hat eine Fläche von 100 m2, kann bei verstärkten Einatmungen auch 150 m2 betragen.

Der gesamte Bereich des Bronchialbaumes bis einschließlich der Bronchioli terminales weist keine Alveolen auf, ist somit am Gasaustausch nicht beteiligt, in dieser Beziehung tot (Totraum). Dieser Totraum hat einen Rauminhalt von etwa einem Drittel des Atemzugvolumens, also 150 ml. Das bedeutet, dass bei einem Atemzugvolumen etwa 150 ml den Totraum füllen und 350 ml für den Gasaustausch verwendet werden.

Atmung und Gasaustausch

Die Atmung umfaßt drei Vorgänge: Einmal den Gasaustausch in der Lunge, die äußere Atmung, den Transport der Gase im Blut und den Gasaustausch in der Zelle (zwischen Blut und Zelle), auch innere, Zell- und Gewebeatmung genannt. Der Gasaustausch findet immer nach dem physikalischen Gesetz der Diffusion vom Ort höherer Konzentration zum Ort niedriger Konzentration statt. Etwa 7 % des aufgenommen Sauerstoffs bindet sich an das Haemoglobin des Blutes, wird zu HbO2 (Oxyhaemoglobin). Das Oxyhaemoglobin wandert zu den Zellen und gibt dort sein Sauerstoff ab; eine geringe Menge Sauerstoff (3 %) wird gelöst im Plasma transportiert.

Etwa 45 % des in den Zellen produzierten CO2 wird über das Plasma transportiert, bindet sich dort mit freien OH-Ionen (Hydroxil): CO2 + OH –> HCO3 und wird zu Bikarbonat, welches im Plasma zur Lunge transportiert wird; sind im Blut freie H-Ionen, wird es so zu H2CO3 (Kohlensäure). Die Kohlensäure wird auf dem Blutwege zur Lunge transportiert, zerfällt dort zu H2O (Wasser) und CO2 (Kohlendioxid), das Wasser bleibt im Blut, das Kohlendioxid wird abgeatmet. Derselbe Mechanismus spielt

sich in den Erythrozyten ab. Weitere 45 % des CO2 wird von den Erythrozyten aufgenommen, wird dort ebenfalls zu Bikarbonat und zu HbCO2 (Kohlendioxidhaemoglobin). Die restlichen 10 % werden gelöst im Plasma transportiert.

Atemmechanik

Die Inspiration, auch Einatmung genannt, geschieht überwiegend aktiv. Das Diaphragma kontrahiert sich über die Reizung des Nervus phrenicus (verläßt die Wirbelsäule zwischen dem 4. und 5. Halswirbel), das Zwerchfell tritt etwa 2 cm tiefer. Gleichzeitig werden die Rippen durch die Musculi intercostalis externi angehoben. Dadurch wird der Rauminhalt im Thorax größer, die Luft wird eingesaugt. Durch die Kontraktion der äußeren Zwischenrippenmuskeln werden deren Antagonisten, die inneren Zwischenrippenmuskeln, gedehnt, in diesen Muskeln befinden sich Dehnungsrezeptoren, die über den Nervus vagus oder auch parasympathikus diese Dehnungsimpulse zum Atemzentrum leiten, wodurch dann der Einatemvorgang beendet wird. Bei einer verstärkten Einatmung müssen wir die Rippen verstärkt anheben, den Schultergürtel hochheben und fixieren und ebenfalls den Kopf feststellen. Dann können wir zusätzlich ein Volumen von 2.500 ml einatmen. Diese Luftmenge bezeichnen wir als respiratorisches Reservevolumen. Alle Muskeln, die daran beteiligt sind, bezeichnen wir als Einatemhilfsmuskulatur.

Die Exspiration ist der überwiegend passive Teil der Atmung. Die Erschlaffung des Zwerchfells, welches passiv nach oben dringt, die äußeren Zwischenrippenmuskeln erschlaffen, aufgrund der Scherkraft treten die Rippen tiefer. Durch die Kontraktion der Mm. intercostali interni werden die Rippen aktiv leicht nach unten gezogen, wobei wiederum die äußeren Zwischenrippenmuskeln gedehnt werden. Die Dehnungsrezeptoren beenden über Reizung des Atemzentrums den Ausatemvorgang. Um das exspiratorische Reservevolumen auszuatmen (1.000 ml), müssen die Rippen verstärkt nach unten gezogen werden. Das Zwerchfell muß noch weiter nach oben gezogen werden. Dazu benötige ich die respiratorische Hilfsmuskulatur (M. seratus posterior inferior – hinterer, unterer Sägemuskel). Die vier Bauchmuskeln werden zur Kontraktion gebracht, drücken die Bauchorgane weiter ins Abdomen, diese Bauchorgane weichen zum Orte des geringsten Widerstands, weiter nach oben unter das erschlaffte Zwerchfell, das weiter nach oben gedrückt wird.

Die Vitalkapazität ist die Menge Luft, die ich nach verstärkter Einatmung insgesamt unter Anstrengung wieder ausatmen kann.

Das Residualvolumen ist das Volumen, das nach verstärkter Ausatmung noch in der Lunge verbleibt.

Das Totalvolumen ist die Summe von Residualvolumen und Vitalkapazität.

inspiratorisches Reservevolumen

2.500 ml

exspiratorisches Reservevolumen

1.000 ml

Atemzugvolumen

500 ml

Residualvolumen

1.100 ml

Gesamtvolumen

5.100 ml

Atemregulation

Um die Atmung zu regulieren, muß ein Kontrollsystem ständig über die Gaszusammensetzung informiert sein. Wir haben Atemrezeptoren, die bei Veränderungen der Gaszusammensetzung reagieren. In der Medulla oblongata, verlängertes Mark, befindet sich das Atemzentrum, welches bei einem hohen CO2-Gehalt sowie bei einem Anstieg der H-Ionen reagiert. Es wird jetzt über den Nervus sympathikus der Bronchialbaum weitgestellt und über den Nervus phrenicus das Zwerchfell gesenkt. Dieser Mechanismus regelt die Atmung unter Ruhebedingungen. Wenn bei körperlichen Leistungen ein erhöhter Sauerstoffbedarf besteht oder die Anzahl von Wasserstoffionen abnimmt, der pH-Wert also ansteigt, weiter in den basischen Bereich übergeht, reagieren weitere Atemrezeptoren, die sich im Arcus aortae (Glomus aorticum) und in der Carotisgabelung (Glomus caroticum) befinden.

Die Leber (Hepar)

Die Leber ist das größte menschliche Organ und wiegt beim erwachsenen Menschen 1,5 kg. Sie liegt überwiegend rechts im Oberbauch unter der rechten Zwerchfellkuppe, sie zieht mit dem linken Lappen in den linken Oberbauch hinüber. Die Leber liegt intraperitoneal, ist mit dem Zwerchfell verwachsen und macht daher atemsynchrone Bewegungen mit. Sie ist bei der Einatmung unter dem rechten Rippenbogen tastbar.

Wir unterscheiden bei der Leber einen großen rechten und einen kleineren Leberlappen (Lobus hepaticus dextra, Lobus hepatica sinistra). Die Hinter- bzw. Unterseite der Leber ist den Baucheingeweiden zugekehrt, durch die Lage dieser Baucheingeweide hat diese Hinterfläche ein H-förmiges Aussehen. Die angrenzenden Bauchorgane hinterlassen an der Leber typische Impressionen, Eindrücke: vom Magen den Mageneindruck (Impressio gastrica), den Niereneindruck der rechten Niere (Impressio renalis). Bedingt durch diese Eindrücke lassen sich an der Hinterseite der Leber zwei weitere Leberlappen erkennen, der obere ist der geschwänzte Leberlappen, Lobus kaudatus, der untere ist der viereckige Leberlappen, Lobus quadratus. An der Leberhinterfläche erkennen wir weiterhin eine Einziehung, den Leberhilus. Hier treten in die Leber ein: A. hepatica, V. portae, Nerven. Austritt von: Nerven, Lymphgefäße, der gemeinsame Lebergang (Ductus hepaticus communis).

Die Leber bekommt ihr Blut über zwei Gefäßsysteme, einmal sauerstoffreiches Blut über die A. hepatica, diese entspringt der Aorta abdominales, von dort gelangt es über den Truncus coeliacus und A. hepatica in die Leber. Das zweite Blutgefäß, die V. portae, bringt sämtliches verbrauchtes, mit Nähr- und Giftstoffen angereichertes Blut von den unpaarigen Bauchorganen Magen, Milz, Pankreas, Dünndarm und dem Dickdarm, außer dem Rectum.

Die V. hepatica, die kurz oberhalb des Hilus entspringt, führt das sauerstoffarme Blut direkt in die V. cava inferior.

Das Lebergewebe gliedert sich in eine Vielzahl von kleinen Leberläppchen (Lobuli hepatis). So ein Läppchen ist nicht sehr groß, 1 – 2 mm, und zeigt meist eine sechseckige Form, wenn man von oben draufsieht. Diese Leberläppchen sind an den sechs Ecken jeweils bindegewebig abgegrenzt, eine solche Abgrenzung wird Glissonsches Dreieck genannt.

In jedem dieser Dreiecke verlaufen drei Gefäße, nämlich ein Gefäß aus der V. portae, die V. interlobaris, aus der A. hepatica die A. interlobaris und aus den Gallenkapillargefäßen der Ductus interlobaris.

In der Mitte des Leberläppchens verläuft die Zentralvene V. centralis, alle Zentralvenen vereinigen sich zur V. hepatica, die zur V. cava inferior läuft.

Zwischen dem Glissonschen Dreieck und der Zentralvene liegen die eigentlichen Leberzellen. Diese Leberzellen sind jeweils zu zwei Reihen angeordnet, sind von einer bindegewebigen Kapsel umschlossen, Glissonsche Kapsel, und ergeben gemeinsam ein Leberzellbälgchen.

Die Blutgefäße aus dem Glissonschen Dreieck verlaufen zwischen den Leberzellen vom Dreieck in Richtung Zentralvene. Kurz vor der Zentralvene haben wir einen Hohlraum, Sinusoide. In diesen Sinusoiden hinein fließt das Blut sowohl aus der Arterie als auch aus der Vene und vereinigt sich dort. Das arterielle Blut hat auf dem Wege zur Sinusoide die Leberzellen mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und ist jetzt venöses, sauerstoffarmes

Blut. Es fließt dann komplett in die Zentralvene hinein. Dieser Vorgang ist so besonders, man spricht hierbei vom venösen Wundernetz der Leber. In den Leberzellen wird die Galle Produziert, diese wird vom Gallenkapillargefäß Ductus interlobaris aufgenommen. Dieser zieht in entgegengesetzter Richtung, also von der Zentralvene zum Glissonschen Dreieck. In der Wand der Sinusoide befinden sich besondere Zellen, Kupffersche Sternzellen. Diese Kupfferschen Sternzellen gehören zum RES (reticulo-endotheales System) und sind fähig zur Phagozytose.

Die in der Leber ständig produzierte Galle, Menge 600 bis 800 ml, aus dem rechten Leberlappen sammelt sich im Ductus hepaticus dexter, aus dem linken Leberlappen im Ductus hepaticus sinister. Im Bereich der Leberpforte vereinigen sich diese beiden intrahepatischen Gallengänge zum gemeinsamen Lebergang, dem Ductus hepaticus communis. Vom Ductus hepaticus communis geht zur Gallenblase ein Gang ab, der Ductus zysticus.

Über dem Ductus choledochus, gemeinsamer Leber- und Gallengang, wird die Galle ins Duodenum gebracht. Der Einmündungsort befindet sich gemeinsam mit dem Ductus pancreaticus auf der Papilla vateri. Dort haben wir einen Schließmuskel, M. sphincter oddi. Dieser Schließmuskel ist zu Zeiten, wo keine Galle benötigt wird, geschlossen (kontrahiert).

Die Gallenblase, Vesica fellae, Vesica bilifer, ist ein birnenförmiges Organ. Sie liegt unter dem rechten, größeren Leberlappen, wo sie mit der Leber verwachsen ist. Die Gallenblase besteht aus dehnungsfähiger und kontraktionsstarker, glatter Muskulatur, ist innen mit einer Schleimhaut ausgestattet und hat ein Fassungsvermögen um 50 ml.

Aufgaben der Leber

Man kann die Aufgaben der Leber in drei Teile unterteilen:

1. in die Fähigkeit des Speicherns

  • Speicherung von Kohlenhydraten in Form von Glycogen bis zu 20 % des Eigengewichtes der Leber (Gewicht der Leber: 1500 g, 300 g Glycogen können gespeichert werden), dies reicht für eine Stunde Höchstleistungen oder sechs bis acht Stunden Fasten

  • Speicherung von Blut für den gesteigerten Bedarf

  • Eisen für den Abbau von Erythrozyten

  • Vitamin B12 in großen Mengen (für drei Jahre im voraus)

  • fettlösliche Vitamine A, D, E, K

2. die Fähigkeit des Aufbauens von lebereigenen Enzymen

  • Transaminasen: SGOT, SGPT, -GT, alkalische Phosphatase

  • Albumine, Globuline

  • Gerinnungsfaktoren (Fibrinogen, Prothrombin)

  • Cholesterinaufbau aus den mit der Nahrung zugeführten Fetten

  • Umbau von Glucose zu Glycogen und umgekehrt

  • Aufbau von Triglyceriden aus Glycerin und Fettsäuren

  • in der embryonalen Zeit Aufbau von Blutkörperchen

  • Umbau von Nährstoffen

  • bei Überangebot von Nährstoffen deren Umbau in Fett, bei Bedarf auch umgekehrt (Fett zu Glucose)

  • bei einem Überangebot von Eiweißen werden diese zu Glucose umgebaut

  • Bildung von Gallensäure als Bestandteil der Galle

3. Fähigkeit des Abbaus

Abbau von

  • Medikamenten

  • Alkohol (1g / kg Körpergewicht in 24 Stunden)

  • gealterten Blutkörperchen

  • beim Abbau der Erythrozyten wird das Haemoglobin über Zwischenstufen zu Bilirubin und dann ausgeschieden

  • stickstoffhaltigen Substanzen, z. B. Ammoniak, und daraus Umbau zu harnstoffpflichtigen Substanzen

  • Hormonen und

  • Darmgasen

Durch ihre Stoffwechseltätigkeit ist die Leber an der Aufrechterhaltung der Körpertemperatur beteiligt.

Galle

Die Galle wird in der Leber in einer Menge von 600 bis 800 ml pro Tag produziert und setzt sich überwiegend aus Wasser zusammen (97 %). Weitere Bestandteile sind Bilirubin, Gallensäure, Cholesterin, Fettsäure und Elektrolyte.

Der Wasseranteil ist nur bei Bildung in der Leber so hoch. Wir benötigen aus der Galle heraus die Gallensäure bei Anwesenheit von Fett im Duodenum zur Fettemulgierung. Da wir nicht ständig Fett im Duodenum vorfinden, wird die Galle in der Gallenblase zwischengelagert. In der Gallenblase wird Schleim produziert und der Galle beigegeben, des weiteren resorbiert die Schleimhaut Wasser, die Galle wird also eingedickt. Und zwar wird dort die Galle auf die zehnfache Konzentration gebracht. Der Wasseranteil beträgt nun 70 %.

Die Gallenblase entleert sich bei Anwesenheit von Fett im Duodenum. Die duodenale Schleimhaut produziert jetzt das Hormon CCK-PZ. Dieses Hormon bringt die Gallenblase zur Konzentration und der Schließmuskel der Papilla vateri öffnet sich. Etwa 90 % der Gallensäure wird im Ileum rückresorbiert, wieder zur Leber zurückgebracht und dann wieder ausgeschieden. Dieser enterohepatische Kreislauf wiederholt sich neun- bis zehnmal. Die Gallenblase kann problemlos entfernt werden und die Patienten brauchen keine Diät einhalten.

Die Hormone

Hormone werden auch Endokrine (Produkte von endokrinen Vorgängen), Inkrete oder Botenstoffe genannt.

Sekrete werden von Drüsen produziert und zur weiteren Verwendung nach außen bzw. in Körperhöhlen abgegeben, z. B. Speichel. Exkrete sind Hormone, die aus zusammengesetzten Aminosäuren, deren Abkömmlingen oder auch aus Cholesterin bestehen. Enkrete sind Hormone, die in die Blutbahn, abgegeben werden.

Die Wirkung der Hormone steht in einem Zusammenhang mit dem autonomen Nervensystem. Dort, wo eine schnelleinsetzende, aber nur eine kurzanhaltende Wirkung, stattfindet, steht die Wirkung der Arbeit des autonomen Nervensystems im Vordergrund. Bei einer langsam einsetzenden, jedoch langanhaltenden Wirkung, überwiegt die Arbeit der Hormone.

hormonbildende Drüsen

Drüse

Hormon

Hypophyse (Hirnanhangdrüse) TSH
Epiphyse (Zwirbeldrüse)
Thyreoidea (Schilddrüse) T3 (Trijodthyronin), T4 (Tetrajod- thyroxin, Thyroxin)
Glandula parathyreoidea (Nebenschilddrüse) Parathormon
Bries (Thymusdrüse) Thymosin
Pankreas (Bauchspeicheldrüse) Insulin
Ovarien (Eierstöcke) Gestagen, Östrogen
Testes (Hoden) Testosteron
Glandulae suprarenales (Nebennieren)

Medulla suprarenalis (Nebennierenmark)

Cortex suprarenalis (Nebennierenrinde)

Adrenalin

Cortison

Gewebshormone werden in keiner Drüse produziert uns haben nur eine lokale Wirkung.

Der Ursprung in der Hormonbildung liegt im Hypothalamus. Dieser stellt als Bestandteil des Zwischenhirns eine Ansammlung von Nervenzellen dar die in der Lage sind, Hormone zu produzieren. Der Hypothalamus bekommt seine Befehle zur Hormonproduktion vom Thalamus, der über ihm liegt.

Der Thalamus gibt seine Befehle bzw. Informationen zur Hormonbildung auf nervösem Wege zum Hypothalamus weiter. Der Thalamus (Sehhügel) ist Bestandteil des Zwischenhirns und wird von der Großhirnrinde stimuliert. Alle Hormone, die der Hypothalamus bildet, werden zur Hypophyse abgegeben. Die Hypophyse gehört ebenfalls zum Zwischenhirn, liegt geschützt in einer Grube des Keilbeins in der Schädelbasis auf der Sella turcica, dem Türkensattel. Die Hypophyse ist etwa so groß wie eine kleine Erbse und wiegt etwa 0,6 g.

Die Hypophyse wird in einen Hypophysenvorderlappen und einen Hypophysenhinterlappen unterteilt. Der Hypophysenvorderlappen wird auch als Adenohypophyse bezeichnet, weil dieser aus Drüsengewebe besteht und in der Lage ist, Hormone zu produzieren. Der Hypophysenhinterlappen wird auch als Neurohpoyphyse bezeichnet und besteht aus Nervengewebe. Er selbst kann keine Hormone herstellen, sondern ist er in der Lage, die zugeführten Hormone zu speichern.

Vom Hypothalamus werden zwei Hormone zum Hypophysenhinterlappen abgegeben und dort gespeichert. Der Transport zum Hypophysenhinterlappen erfolgt nicht auf dem Blutwege, sondern werden die Hormone entlang von Nervenbahnen (Axon, Neurit) transportiert. Dies wird Neurosekretion genannt. Diese Hormone sind Adiuretin (= ADH, antidiuretisches Hormon), auch Vasopressin genannt, und Oxytocin.

Adiuretin wirkt auf den Tubulusapparat der Niere, es erhöht dort die Permeabilität der Wände und ist dadurch maßgeblich an der Rückresorption des Primärharns zum Sekundärharn beteiligt.

Das zweite Hormon Oxytocin erhöht den Tonus der glatten Muskulatur, besonders beim graviden (schwangeren) Uterus. Dadurch wird die Uterusmuskulatur zur Wehentätigkeit angeregt. Oxytocin fördert die Rückbildung der Uterusmuskulatur nach der Geburt. Letztendlich fördert es die Lactopoese, Milchabgabe nach der Geburt.

Vom Hypothalamus werden zum Hypophysenvorderlappen mehrere Hormone, die Releasing-Hormone, abgegeben. Sie heißen auf deutsch Auflösehormone. Das bedeutet, daß der Hypophysenvorderlappen durch ein Releasing-Hormon aus dem Hypothalamus stimuliert werden muß, um ein eigenes Hormon herzustellen, dies sind zum einen TRH (Thyreoidea-Releasing-Hormone). Aufgrund dieses Hormons bildet die Adenohypophyse ein weiteres Hormon, das TSH (Thyreoidea-Stimulierendes-Hormon). Dieses TSH wird auf dem Blutweg zur Schilddrüse gebracht, die dann daraufhin die beiden Hormone T3 und T4 bildet. Wenn genügend dieser beiden Hormone im Blut sind, wird im Hypothalamus die TRH-Produktion gebremst.

CRH, Corticotropin-Releasing-Hormon, geht zur Adenohypophyse und es wird ACTH, Adenocorticotropin-Releasing-Hormon, produziert. Dieses hat Wirkung auf die NNR, die dann Cortison herstellt. Wenn von diesem genügend im Blut ist, wird die CRH-Produktion im Hypothalamus gebremst.

Bei der Frau wird im Hypothalamus das FSH-RH produziert, das in der Adenohypophyse die FSH-Bildung stimuliert. Mit dem FSH wird in den Ovarien das Östrogen gebildet.

Genauso verläuft es sich mit dem LH-RH, das in der Adenohypophyse die LH-Produktion steigert, das im Graafschen Follikel die Gestagenproduktion steigert.

Beim Mann gibt es ebenfalls ein FSH-RH, das in der Adenohypophyse die FSH-Produktion auslöst, dieses im Hoden die Herstellung von Spermien auslöst.

Ein weiteres Hormon wird beim Mann gebildet, das ICSH-RH, Intersticiell Cell stimulierendes Hormon. Es ist mit dem LH-RH der Frau vergleichbar. In den Leydigschen Zellen wird durch ICSH Testosteron gebildet. Testosteron sorgt für die Reifung der Spermien und ist für die Ausbildung der primären männlichen Geschlechtsorgane sowie der sekundären Geschlechtsmerkmale zuständig. Zusätzlich ist Testosteron verantwortlich für das Verschließen der Epiphysenfuge beim Mann. Außerdem hat es eine anabole Wirkung.

Der Hypophysenvorderlappen bildet aufgrund eines Releasinghormones ein weiteres Hormon, das Somatotropin (STH). Dieses hat keine Wirkung auf eine untergeordnete Hormondrüse, sondern wirkt direkt auf alle Körperzellen und fördert dort das Zellwachstum. Es ist also das Wachstumshormon. Bei einer Überproduktion von STH im Kindesalter kommt es zu einem Riesenwuchs. Im Erwachsenenalter kommt es bei einer Überproduktion zur Akromegalie, d. h. zu einem Wachstum der endständigen Extremitäten.

Die NNR produziert unter dem Einfluß von ACTH zwei Gruppen von Hormonen, einmal Glucocortikoide, deren Hauptvertreter Kortison ist.

Kortison hat folgende Wirkungen:

  • Förderung aller Stoffwechselprozesse

  • Glycogenmobilisierung

  • entzündungshemmend und antiallergisch, dadurch, daß es die Leukozytenaktivität bremst

Die zweite Gruppe von Hormonen sind Androkortikoide, deren Hauptvertreter Testosteron ist. Dieses Testosteron hat die gleiche Wirkung wie jenes aus dem Hoden, nur mit dem Unterschied, daß seine Wirkung geringer ist.

Die Nebennierenrinde

In der Nebennierenrinde wird eine dritte Hormongruppe produziert, die Mineralkortikoide mit ihrem Hauptvertreter Aldosteron. Die Aldosteronbildung wird nicht über den Hypophysen-Hypothalamus-Kreislauf gesteuert, sondern über das Renin-Angiotensin-System. Bei einer Mangeldurchblutung oder zu niedrigem Blutdruck in der Niere wird dort im juxtaglomerulärem Apparat das Hormon Renin gebildet. Dieses Renin hat Wirkung auf ein Globulin aus der Leber, Angiotensinogen; durch Renin wird es zu Angiotensin. Es bewirkt die Bildung von Aldosteron in der Nebennierenrinde, dieses steigert die Permeabilität für Natrium in den Tubuluswänden. Dadurch bedingt wird osmotisch vermehrt Wasser ins Gefäßsystem wandern.

Die zweite Wirkung von Angiotensin ist die Engstellung der Blutgefäße, somit erfolgt eine Steigerung des Blutdruckes.

Die dritte Wirkung von Angiotensin ist die Dursterhöhung, damit mehr Flüssigkeit in die Gefäße gelangt.

Das Nebennierenmark

Das Nebennierenmark bildet Hormone unabhängig vom Hypothalamus bzw. der Hypophyse. Hier werden zwei Hormone gebildet, Adrenalin und Noradrenalin. Beide haben eine fast gleiche Wirkung. Sie bewirken eine Weitstellung der Blutgefäße, der quergestreiften Muskulatur von Skelett und Herz. Die Blutgefäße der glatten Muskulatur werden enggestellt.

Noradrenalin und Adrenalin gelten als wichtigste Transmitter im sympathischen Nervensystem. Die Kontraktionskraft des Herzens nimmt zu, es folgen die Erhöhung des Schlagvolumens und des Minutenvolumens, Tachykardie, Blutdruckerhöhung, Erhöhung der Atemfrequenz, Weitstellung des Bronchialbaums. Die Bewegung und Drüsentätigkeit in die Verdauungsorgane werden gebremst, die Schließmuskel von Blase und Darm sind in Dauerkontraktion, die Pupillen sind weitgestellt, Glucose wird vermehrt aus der Leber und der Muskulatur bereitgestellt, der Blutzucker steigt, Insulinantagonist.

Die Schilddrüse (Thyreoidea)

Die Schilddrüse ist ein 30 bis 40 Gramm schweres Organ, liegt an der Vorderseite des Halses vor und unter des Kehlkopfes. Die Schilddrüse produziert unter dem Einfluß Thyreotropin die beiden Hormone T3 und T4. Die Schilddrüse benötigt für den Aufbau dieser Hormone Jod, welches in ausreichender Menge mit der Nahrung zugeführt werden muß. Die beiden Hormone haben eine gleichsinnige Wirkung:

  • Förderung des Stoffwechselprozesses

  • Erhöhung des Grundumsatzes bis auf das Doppelte

  • Förderung der Herzarbeit

  • Erhöhung der Körpertemperatur

  • Förderung des Glykogen- und Fettabbaus, dadurch

  • Insulinantagonist

  • Übererregbarkeit des Nervensystems

  • anabole Wirkung, dadurch sind sie wachstumsfördernd

Die Nebenschilddrüse, Epithelkörperchen (Glandula parathyreoidea)

Die Nebenschilddrüse besteht aus vier jeweils paarweise an den oberen Polen sitzende Epithelkörperchen. Sie produzieren das Parathormon, es reguliert zusammen mit dem Vitamin D den Calciumstoffwechsel. Es erhöht den Blutcalciumspiegel, fördert die Calciumfreisetzung aus dem Skelettsystem und es hemmt die Calciumausscheidung über die Nieren. Das Vitamin D ist speziell dafür zuständig, daß das Calcium im Darm resorbiert werden kann.

Der Gegenspieler vom Parathormon ist das Kalzitonin, das den Calciumspiegel senkt und in den C-Zellen der Schilddrüse gebildet wird.

Die Zwirbeldrüse (Epiphyse)

Die Zwirbeldrüse ist Bestandteil des Zwischenhirns und produziert das Hormon Melatonin. Das Hormon Melatonin hemmt die Geschlechtsreife und die Geschlechtsdrüsentätigkeit. Melatonin regelt den Tag-Nacht-Rhytmus. Die Produktion dieses Hormons ist lichtabhängig, wobei Dunkelheit die Hormonabgabe fördert und Helligkeit diese bremst.

Die Thymusdrüse, Bries

Die Thymusdrüse ist eine Drüse im Mediastinum oberhalb des Herzens. Der Thymus bildet sich während der Pubertät weitestgehend zurück und wird durch Binde- und Fettgewebe ersetzt. Beim Erwachsenen bleiben nur noch Reste zurück. Die Thymusdrüse bildet das Hormon Thymosin, dieses ist beteiligt an der T-Lymphozytenspezialisierung und -bildung und wirkt beim Kind wachstumsfördernd.

Die Niere als endokrines Organ

Die Niere bildet folgende Hormone:

  • Renin, Erythropoetin (zur Erythrozytenbildung)

  • Gewebshormone (lokale Wirkung, sie wirken nur in unmittelbarer Umgebung)

    • Gastrin (Förderung der Magensaftproduktion)

    • Gastrinantagonisten: Enterogastron und Sekretin, sie werden in der duodenalen Schleimhaut bei Salzsäureüberschuß und Dehnungsreizen gebildet

  • Enterogastron bremst die Magenbewegungen

  • Sekretin bremst Magensaftbildung und fördert die Bauchspeichelsekretion CCKPZ

    • Bildung in der duodenalen Schleimhaut bei Dehnung, Salzsäurereizung und Fettanwesenheit

    • es wirkt auf die Bauchspeicheldrüse und stimuliert diese zur Abgabe von Pankreassaft

    • hat Wirkung auf die Gallenblase, indem es diese zur Kontraktion bringt

bringt den M. sphincter oddi zur Erschlaffung

Histamin

Histamin wird in Gewebs- und Blutmastzellen gebildet. Die Gewebsmastzellen kommen in der Muskulatur sowie in der Darm- und Gewebswand vor. Blutmastzellen sind basophile Granulozyten.

Kleine Blutgefäße werden weitgestellt und verstärkt durchlässig gemacht. Große Blutgefäße werden enggestellt, Histamin stellt weiterhin den Bronchialbaum eng und stimuliert den Magen zu einer gesteigerten Salzsäureproduktion.

Atrialer natrioretischer Faktor (ANF)

ANF wird in den Muskelzellen des linken Vorhofes bei dessen Überdehnung gebildet, es fördert die Diurese (Natriumausscheidung)

Endorphin

Das Endorphin ist ein endogenes Morphin, wird im gesamten Nervensystem unter Leistungs- und Streßsituationen hergestellt. Es hat eine dämpfende und stark analgetische Wirkung.

Die männlichen Geschlechtsorgane

Zu den männlichen, äußeren Geschlechtsorganen zählen Penis und Scrotum, zu den inneren, männlichen Geschlechtsorganen gehören Hoden, Nebenhoden, Samenbläschen, Samenleiter, Prostata und die Cowpersche Drüse.

Die Hoden, Testis, sind paarig angelegt, pflaumengroß und bestehen aus 200 bis 300 kleinen Drüsenkanälchen, die bindegewebig abgegrenzt sind. Im direkten Anblick sehen sie schwammartig aus. Darin liegen die Leydigschen Inselzellen oder Leydigschen Zwischenzellen. Die Hoden wandern vor der Geburt aus der Bauchhöhle durch den Leistenkanal in den Hodensack hinein. Die Aufgaben des Hodens liegt in der Produktion von Spermien und in der Bildung des männlichen Geschlechtshormons Testosteron und geringer Mengen Östrogen. Auf dem Hoden liegen die Nebenhoden. Die Nebenhoden haben die Aufgabe, die in den Hoden gebildeten Spermien zu speichern, ebenfalls reifen hier die Spermien zur Befruchtungsreife heran. Die Spermien befinden sich hier in einer leicht sauren Umgebung, das hier im Nebenhoden gebildet wird, um die Bewegung der Spermien zu verhindern. Hoden und Nebenhoden liegen geschützt in einer Hauttasche oder -falte, dem Hodensack oder Scrotum. Dieser besteht aus gerunzelten, glatten Muskelzellen, die bei kalten Außentemperaturen zur Kontraktion gebracht werden, um die Hoden näher zum Körper zu bringen. Spermien benötigen zur Ausreifung eine Temperatur, die ca. 2 °C unter der Körpertemperatur.

Der Samenleiter (Ductus differenz)

Zwei Samenleiter ziehen von den beiden Nebenhoden aufwärts durch den Seitenkanal, seitlich an der Harnblase vorbei, durchbohren die Prostata und münden in die Urethra. Kurz bevor die Samenleiter in die Vorsteherdrüse einmünden, nehmen sie die Ausführungsgänge der Samenbläschen (Vesicula seminalis) auf. Diese Samenbläschen sowie die Prostata sondern jeweils ein alkalisches Sekret als Ejakulatbeigabe ab, wodurch den Spermien die Bewegungsfähigkeit verlieren. Spermien sind nur im alkalischen Milieu bewegungs- und lebensfähig.

In die Harn-Samen-Röhre in Prostatanähe münden die Ausführungsgänge der Cowperschen Drüsen. Diese Cowperschen Drüsen sondern ein schleimiges Sekret ab, damit die Harnröhre angefeuchtet wird. Die Harnröhre verläuft durch den Penis, welcher im wesentlichen aus drei Schwellkörpern (Corpus cavernosum) besteht. Diese Schwellkörper stellen schwammartiges Gewebe dar, das sich bei der Erektion mit Blut füllt. Die Schwellkörper enden in der Eichel (Glanz). Diese ist durch eine Hautfalte, der Vorhaut oder Praeputio, geschützt. Bei der Fimose ist die Vorhat zu eng und kann nicht hinter die Eichel verschoben werden. Bei der Parafimose kann die Vorhaut nicht über die Eichel nach vorne geschoben werden.

Das Ejakulat ist das Produkt der Flüssigkeiten aus Hoden und Nebenhoden, Samenbläschen und Prostata. Es ist alkalisch, ist eine Menge von 3 bis 4 ml. Der Anteil der Spermien beträgt Vol.-% und die Spermien haben eine Größe von 5 bis 6 mm, ein mm entspricht m.

In einem ml Ejakulat befinden sich 80 Millionen Spermien, das entspricht der Menge von über 200 Millionen Spermien pro Ejakulat, der Produktion von zwei bis drei Tagen. Die Spermien haben eine Eigenbeweglichkeit von drei Millimetern pro Stunde.

Die weiblichen Geschlechtsorgane

weibliche sekundäre Geschlechtsorgane

  • Brustdrüse (weibliche Brust)

  • Form des Beckens (breit und flach)

  • Schambehaarung

  • Stimme

  • Fehlen von Gesichts- und Rumpfbehaarung

  • geringere Ausbildung der Muskulatur

  • Verteilung der Fettpolster: mehr an der Hüfte und Oberschenkel

  • Beim Mann: Bauch

  • Cellulite

primäre weibliche Geschlechtsorgane

  • innere Geschlechtsorgane

    • Uterus

    • Eileiter (Sg.: Tubus; Pl.: Tuben)

    • Eierstöcke (Sg.: Ovar; Pl.: Ovarien)

    • Scheide (Vagina)

  • äußere Geschlechtsorgane

    • kleine Schamlippe

    • große Schamlippe

    • Scheidenvorhof (Vestibulum vaginae)

    • Bartolinsche Drüse

    • Kitzler (Klitoris)

Die Ovarien sind paarig angelegt und pflaumengroß. Ihre Aufgabe liegt in der Heranreifung der weiblichen Eizellen. Insgesamt hat ein Mädchen bei der Geburt etwa 400.000 Eizellen, davon werden aber nur 400 reif. Eine weitere Aufgabe besteht in der Bildung der Hormone Östrogen und Gestagen.

Die Aufgaben der Tuben sind das Auffangen der Eizellen und deren Weitertransport in den Uterus. Der Transport geschieht zum einen über Flimmerepithelgewebe, deren Flimmerhärchen in Uterusrichtung stehen, und durch Kontraktion der Tuben. In der Erweiterung des Eileiters findet dann die Befruchtung statt.

Der Uterus baut die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) für die Aufnahme einer eventuell befruchteten Eizelle auf. Weitere Aufgaben sind die Erhaltung der befruchteten Eizelle und die Austreibung des Kindes bei der Geburt.

Die Vagina besteht aus einschichtigem, unverhornten Plattenepithelgewebe.

Der Monatszyklus

Der Zyklus wird in drei Phasen unterteilt. Die erste Phase dauert vier Tage, wird Menstruations- oder auch Blutungsphase genannt, danach beginnt die Proliferationsphase, auch Aufbauphase, die bis zum 14. Tag dauert. Danach folgt die Sekretions- oder Durchblutungsphase, die 14 Tage dauert.

Es beginnt damit, daß nach der Menstruationsphase im Ovar geringe Mengen an Östrogen gebildet werden. Dieses Östrogen wirkt auf den Hypophysenvorderlappen und löst dort die Produktion von FSH, dem Follikelstimulierendem Hormon, aus.

Dieses FSH wirkt zurück auf das Ovar und bringt dort eine Eizelle zur Reifung. Das FSH bewirkt, daß die Eizelle an den Rand des Ovars wandert und sich in einer Nährstoffhülle einbettet und zum Graafschen Follikel wird.

FSH hat weiter zur Folge, daß der Eierstock die Östrogenbildung steigert. Diese hohen Mengen an Östrogen bewirken nun, daß das Endometrium, welches ursprünglich einen Millimeter stark ist, auf die vier- bis fünffache Stärke heranwächst, proliferiert.

Diese Östrogenmengen bewirken weiterhin, daß im Hypophysenvorderlappen die Bildung von FSH eingestellt wird und ein weiteres Hormon gebildet wird, das LH, luteinisierende Hormon.

LH wirkt zurück auf den Eierstock und löst dort die Ovulation aus. Das LH hat Wirkung auf den Graafschen Follikel, bringt diesen zum Platzen. Die Eizelle springt aus dem Ovar in den Tubentrichter.

Der Rest des Graafschen Follikels wird durch die Wirkung des LH in einen Gelbkörper, Corpus luteum, umgewandelt. Dieser Gelbkörper beginnt jetzt mit der Produktion eines weiteren Hormons, des Gestagens, das auch unter Progesteron bekannt ist. Dieses Gestagen hat zur Folge, daß etwa 24 Stunden nach der Ovulation die Körpertemperatur um etwa 0,5 °C ansteigt und solange in der Höhe bleibt, wie der Gelbkörper Gestagen bildet.

Die Gestagenbildung im Gelbkörper wird innerhalb der Sekretionsphase gesteigert, durch die hohen Gestagenmengen wächst das Endometrium noch weiter, etwa um ein bis zwei Millimeter, lockert dieses Endometrium auf, bewirkt, daß dort vermehrt Blutgefäße einsprießen und sich Nährstoffe (Glucose) einlagern. Diese hohen Gestagenmengen bewirken weiterhin, daß im Hypophysenhinterlappen die Bildung von LH eingestellt wird. Das Fehlen von LH bewirkt, daß der Gelbkörper abstirbt und somit die Gestagenproduktion einstellt. Ohne das Gestagen ziehen sich die Blutgefäße des Endometriums zusammen, dieses wird weniger durchblutet, es wird nekrotisch und stößt sich ab. Dabei zerreißen Blutgefäße, aus denen es dann blutet. Wir haben jetzt den 28. Tag und die Menstruation setzt ein. Die Körpertemperatur sinkt nun wieder.

Weiterhin öffnet sich um die Ovulation der Muttermund ein wenig, die Menge des Zwervixschleimes nimmt zu und dessen Viskosität abnimmt (wird wäßriger).

Mit der Einnistung einer befruchteten Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut (Nidation) wird von der Zottenhaut dieser Eizelle ein weiteres Hormon gebildet, das Human Choreon Gonadotropin, -HCG. Dieses -HCG gilt mittlerweile als ein sicheres Schwangeschaftszeichen, es hat Wirkung auf den Gelbkörper, da es ihn erhält, damit er weiterhin Gestagen produziert. Dadurch bedingt, bleibt das Endometrium erhalten. Das -HCG wird über den Urin der Schwangeren ausgeschieden. Nach etwa drei Monaten stirbt der Gelbkörper ab. Die Gestagenproduktion wird dann von der Plazenta übernommen, Nach 280 Tagen stirbt die Plazenta ab und die Geburt wird eingeleitet.

Die Befruchtung kann nur am 15. Tag stattfinden. Die Eizelle ist in der Regel sechs bis acht Stunden, maximal zwei bis drei Tage nach der Ovulation befruchtbar. Spermien sind maximal 4 Tage befruchtungsfähig. Die fruchtbaren Tage einer Frau sind demnach vom 11. bis zum 17. Tag bei einer Zyklusdauer von 28 Tagen.

Die Blutgefäße

Die großen Gefäße werden als Arterien oder Venen bezeichnet, die kleinen als Arteriolen oder Venolen. Die Verbindungen zwischen Arterien und Venen Anastomosen. Von der Anzahl haben wir mehr Venen als Arterien (Venen). Jede große Arterie ist auch von einer Vene begleitet, die den gleichen Namen trägt. Jede kleine Arterie hat zwei Begleitvenen. Im Aufbau zeigen die Arterien und Venen jeweils drei Schichten. Die Gefäßinnenschicht ist die Intima und besteht aus einschichtigem Plattenepithelgewebe. Die zweite Schicht heißt Muskularis (Media) und besteht aus glatter Muskulatur. Hierin sind einige elastische Bindegewebsfasern eingelagert, besonders stark ausgebildet sind diese in den großen herznahen Gefäßen. Insgesamt haben Arterien mehr Muskelmasse als Venen. Die Gefäßaußenhaut (3. Schicht) ist die Adventitia, sie besteht aus elastischem und kollagenem Bindegewebe. Mit der Adventitia sind die Gefäße in ihrer Umgebung befestigt, sie ist bei den Arterien stärker ausgeprägt als bei den Venen. Venen haben im Gegensatz zu den Arterien Taschenklappen, damit das Blut nicht zurück ins Gewebe fließt.

Arterien

Das Ursprungs- bzw. Stammgefäß aller Arterien ist die Aorta. Mit einem Durchmesser von zwei bis drei Zentimetern entspringt sie aus der linken Herzkammer. Die Aorta gibt in ihrem Anfangsbereich, also noch im Aortenklappenbereich, Gefäße zur Versorgung des Herzmuskels ab (Coronar– oder Herzkranzgefäße).

  • rechte gemeinsame Halsschlagader (Arteria carotis communis dextra)

  • rechte Unterschlüsselbeinarterie (Arteria subclavia dextra)

  • Achselschlagader (Arteria axiliaris)

  • gemeinsamer Stamm der rechten Arm- und Halsschlagader (Truncus brachiocephalicus)

  • Aortenbogen (Arcus aortae)

  • der aufsteigende Teil der Aorta (Aorta ascendens)

  • Oberarmarterie (Arteria brachialis)

  • Brustaorta (Aorta thoracalis) geht bis zum Diaphragma

  • Bauchaorta (Aorta abdominalis) geht bis zum LWK 4

  • Ellenarterie (Arterie ulnaris)

  • Speichenarterie (Arteria radialis)

  • rechte und linke äußere Hüftarterie (Arteria iliaca dextra / sinistra externa)

  • rechte und linke innere Hüftarterie (Arteria iliaca dextra / sinistra interna)
    die innere Hüftarterie versorgt die Geschlechtsorgane, die Becken- und Gesäßmuskulatur

  • linke gemeinsame Halsschlagader (Arteria carotis communis sinistra)

  • linke Unterschlüsselbeinarterie (Arteria subclavia sinistra)

  • der absteigende Teil der Aorta (Aorta descendens)

  • Bauchschlagader (Truncus coeliacus) daraus entspringen Blutgefäße zur Versorgung von Leber, Magen, Milz, Zwölffingerdarm und Teilen der Bauchspeicheldrüse

  • Nierenschlagader (Arteria renalis dextra / sinistra); paariges Blutgefäß

  • obere Mesenterialarterie oder Gekröseschlagader (Arteria mesenterica superior); unpaarig; daraus entspringen Blutgefäße von Leer- und Krummdarm, restlicher Bauchspeicheldrüse und der ersten Hälfte des Dickdarms (rechte Hälfte)

  • Frau: Eierstockschlagader (Arteria ovarialis)

  • Mann: Hodenarterie (Arteria testicularis)

  • beide Arterien, sowohl bei der Frau als auch beim Mann, sind paarig angelegt

  • untere Mesenterialarterie oder Gekröseschlagader (Arteria mesenterica inferior); zur Versorgung der zweiten Hälfte des Dickdarms

  • rechte bzw. linke gemeinsame Hüftschlagader (Arteria iliaca communis dextra / sinistra)

  • Oberschenkelarterie (Arteria femoralis)

  • Kniekehlenarterie (Arteria poplitea)

  • hintere Schienbeinarterie (Arteria tibialis posterior)

  • vordere Schienbeinarterie (Arteria tibialis anterior)

  • Wadenbeinarterie (Arteria fibularis)

  • Fußrückenarterie (Arteria dorsalis pedis)

Venen

  • Vena jugularis interna

  • Vena jugularis externa

  • Vena subclavia

  • Vena brachiocephalica dexter / sinister

  • Vena axiliaris

  • Vena cava superior

  • Vena brachialis

  • Vena hepatica

  • Vena portae

  • Vena renalis

  • Vena mediana cubiti

  • Vena cephalica

  • Vena radialis

  • Vena ulnaris

  • Vena basilica

  • Vena ovarialis / testicularis

  • Vena ovarialis / testicularis

  • Vena cava inferior (bis zum rechten Vorhof)

  • Vena iliaca communis sinistra

  • Vena iliaca sinistra interna

  • Vena iliaca dextra externa

  • Vena femoralis

  • große Rosenvene (Vena saphena magna)

  • Vena femoralis

  • Vena poplitea

sämtliches venöses Blut aus den unpaarigen Bauchorganen wie Magen, Milz, Pankreas, Dünn- und Dickdarm gelangt über die Pfortader in die Leber.

Zwischen der Vena subclavia und der linken Seite der Vena jugularis interna befindet sich der Venenwinkel, der 90° betragen sollte.

Der Verdauungstrakt

Die Verdauung ist die Aufnahme von Nahrungsmitteln, Aufspaltung in die kleinsten Bausteine durch Enzyme und Resorption durch die Dünndarmwand.

1 kcal ist die Energiemenge, die ich benötige, um einen Liter Wasser um 1 °C von 14,5 °C auf 15,5 °C zu erhöhen.

Der Grundumsatz ist die benötigte Kalorienmenge, die man bei völliger Körperruhe pro kg Körpergewicht pro Stunde benötigt: 1 kcal pro kg Körpergewicht pro Stunde.

Der Leistungsumsatz ist der 1,5-fache Grundumsatz.

Die gesunde Ernährung besteht zu 65 % aus Kohlenhydraten, 25 % Fett und 10 % Eiweiß.

1 BE (Broteinheit) entspricht 12 g KH.

Die Verdauung beginnt im Mund. In die Mundhöhle hinein münden die Ausführungsgänge der drei paarig angelegten Mundspeicheldrüsen Ohrspeicheldrüse (Glandula parotis), Unterzungenspeicheldrüse (Glandula sublingualis) und Unterkieferspeicheldrüse (Glandula submandibularis). Die Ausführungsgänge der Glandula parotis münden in den Seitenwänden der Wangen über den zweiten Molaren (Mahlzähnen) des Unterkiefers. Die Ausführungsgänge der anderen Speicheldrüsen münden vor der Zunge. Die Speichelproduktion wird nervös-reflektorisch gesteuert, durch Anblick, Geruch, Vorhandensein, Vorstellung von Nahrung. Der Nervus Parasympathikus des autonomen Nervensystems fördert die Speichelsekretion, der N. sympathikus bremst die Sekretion. Die Gesamtsekretion pro Minute beträgt 1 ml. In dem Mundspeichel, der der Verflüssigung der Nahrung dient, ist weiterhin ein Enzym enthalten, die Speichelamylase. Voraussetzung für die Wirkung des Enzyms ist natürlich, dass das Enzym genügend Zeit zum Einwirken hat.

Die Speiseröhre (Ösophagus)

Die Speiseröhre liegt im Rachen hinter dem Luftröhreneingang. Der Ösophagus hat eine Länge von 30 cm, verläuft senkrecht im Mediastinum, durchbohrt das Diaphragma und endet im Magen. Im leeren Zustand liegen die Wände der Speiseröhre dicht beieinander. Gelangt Speisebrei hinein, kann sie sich auf 2,5 bis 3 cm ausdehnen. Die Speiseröhre hat in ihrem Verlauf drei Stellen, wo sie sich nicht soweit ausdehnen kann, die physiologischen Engstellen. Die oberste Enge befindet sich in der Höhe vom Ringknorpel des Kehlkopfes, die zweite, mittlere Enge in der Höhe des Aortenbogens oder auch an der Teilungsstelle der Trachea bzw. Trachealgabelung (Bifurcatio tracheae), die dritte Enge nennt man den Speiseröhrendurchtritt (foramen oesophagus). Die Aufgabe der Speiseröhre liegt ausschließlich im Transport der Speise vom Mund in den Magen hinein durch peristaltische Bewegung. Die Speiseröhre hat zwei Muskelschichten, die eine Schicht verläuft ringförmig, darauf folgt die zweite Schicht, sie ist längs verlaufend. Das obere Drittel der Speiseröhre besteht aus quergestreifter Muskulatur, ist also willentlich bedienbar, dadurch wird der Schluckvorgang ausgelöst. Die unteren zwei Drittel bestehen aus Glatter Muskulatur und sind willentlich nicht bedienbar.

Der Magen (Gaster, Ventriculus)

Er ist das erste Sammelbecken der Nahrung und liegt im oberen Bauchraum überwiegend links unter der linken Zwerchfellkuppe. Dort ist der Magen mit dem Zwerchfell verbunden und macht daher atemsynchrone Bewegungen mit. Angrenzende Organe sind Leber, Pankreas und Bauchspeicheldrüse. Der Magen liegt intraperitoneal, d. h. er ist komplett vom Peritoneum umgeben und liegt in der Bauchhöhle. Das Fassungsvermögen des Magens beträgt 1,5 bis 2,5 l. Die Form des Magens ist nicht konstant, man sagt die Form des Magens ist angelhakenförmig, auch posthornförmig. Sie ist zudem abhängig vom Füllungszustand, Größe und Fülle der angrenzenden Organe, Bauchhöhleninnendruck, von der Konstitution und der Lage des Menschen.

Der Bauchraum meint den Raum unterhalb des Zwerchfells bis einschließlich der Harnorgane. Die Bauchhöhle ist ein Teil des Bauchraumes und meint den ganzen Raum, der vom Bauchfell ausgekleidet ist. Intraperitoneal bedeutet innerhalb der Bauchhöhle (Leber, Magen und Dünndarm). Extraperitoneal liegt die Harnblase und heißt außerhalb der Bauchhöhle. Postperitoneal meint hinter des Bauchfells bzw. der Bauchhöhle, hier liegen die Nieren und sowohl der auf- und absteigende Teil des Dickdarms. Im Fundusbereich sammelt sich die mit der Nahrung aufgenommene Luft.

Der Aufbau der Magenwand

Die innerste Schicht der Magenwand ist die Magenschleimhaut (Tunica mucosa). Darunterliegend ist eine verschiebliche Bindegewebsschicht, (Tunica submucosa). Danach kommt die Muskelschicht, die Tunica muskularis, sie besteht aus drei Schichten glatter Muskulatur; eine Schicht verläuft ringförmig, die zweite Schicht verläuft schräg und die dritte Schicht ist längsverlaufend. Die Tunica serosa ist die vierte Schicht der Magenwand und ist das Peritoneum.

Die Tunica mucosa setzt sich aus unterschiedlichen Zelltypen zusammen, Hauptzellen, Belegzellen und Nebenzellen. Die Hauptzellen produzieren Enzyme, die Belegzellen Salzsäure und die Nebenzellen alkalischen Schleim. Insgesamt setzt sich der Magensaft aus Enzymen, Salzsäure, Schleim, Wasser und Salz zusammen. Die Magensaftproduktion verläuft unter gleichen Bedingungen wie die Mundspeichelproduktion. Insgesamt werden 1,5 bis 2,5 l am Tag (in 24 Std.) produziert. Durch die Salzsäure ist der Magensaft extrem sauer, er hat einen pH-Wert von 1,5 und kleiner. Der Magensaft hat eine bakterientötende (bakterizide) Wirkung, einige Bakterien werden jedoch nicht durch die Salzsäure abgetötet, so z. B. Tbc. Eine alkalische Schleimhaut verhindert, dass die Salzsäure nicht die darunterliegende Schicht angreift.

Eine zweite Aufgabe der Salzsäure ist die eiweißaufquellende Wirkung. Im Magen haben wir zwei Enzyme, Pepsinogen und Kathepsinogen. Diese sind Vorstufen und werden durch die Salzsäure zu Pepsin und Kathepsin aktiviert. Diese haben dann Wirkung auf die aufgequollenen Eiweiße und spalten diese in die nächstkleinere Stufe, zu Polypeptiden. Diese bestehen aus 10 bis 100 Aminosäuren. Sollten die Enzyme vom zeitlichen Faktor her noch Gelegenheit haben, spalten sie die Polypeptide zu Oligopeptiden, die aus bis zu 10 Aminosäuren bestehen. Wenn die Enzyme noch mehr Zeit zum Einwirken haben, spalten sie die Oligopeptiden zu Dipeptiden, die aus zwei Aminosäuren bestehen.

Die Speisen verbleiben so lange, bis sie zum Chymus, verflüssigter Nahrungsbrei, geworden sind. Kohlenhydrate werden am schnellsten verflüssigt, sie benötigen eine Stunde zum Verflüssigen. Die Fette werden am langsamsten verdaut (ca. 5 Stunden), die Eiweiße liegen mit ca. zwei bis drei Stunden dazwischen. In der Regel ist der Magen nach zwei bis drei Stunden leer, da die Nahrung beim Verdauen nicht getrennt wird. Kohlenhydrate werden im Magen durch den Magensaft nur verflüssigt, aber nicht verdaut.

Die Magenarbeit wird hormonell und über das autonome Nervensystem gesteuert. Sobald sich im Antrumbereich des Magens Nahrung befindet, wird in den G-Zellen das Hormon Gastrin gebildet. Dieses Hormon hat eine Wirkung auf die Belegzellen und stimuliert diese zu einer gesteigerten Produktion von Salzsäure. Die Wirkung beim autonomen Nervensystem ist, dass der N. parasympathikus (Hauptvertreter ist der 10. Hirnnerv, N. vagus) fördert die Magensaftproduktion und die Magenbewegung. Der N. sympathikus bremst die Magentätigkeit. Die Magenarbeit wird durch zwei Hormone aus dem Zwölffingerdarm, der sich direkt an den Magen anschließt, gebremst. Sobald der Zwölffingerdarm durch Nahrung gedehnt wird und die Schleimhaut des Zwölffingerdarms gereizt wird, werden zwei Hormone, Sekretin und Enterogastron gebildet. Beide Hormone werden von Zwölffingerdarm auf dem Blutwege zum Magen gebracht, wobei dann das Sekretin die Magensaftproduktion und das Enterogastron die Magenbewegungen stoppt. Der Magen produziert ein weiteres Enzym, das nichts mit der Verdauung zu tun hat, das Castle’sche Ferment zur B12-Resorption.

Der Dünndarm (Intestinum tenue)

Bei einem Verstorbenen mißt er eine Länge von 6 bis 6,5 m, bei einem lebenden Menschen nur 3 bis 3,5 m. Der Dünndarm wird in drei Abschnitte eingeteilt: Der erste Teil, der sich direkt an den Magen anschließt, heißt Zwölffingerdarm, Duodenum. Das Duodenum besitzt eine nach links offene Hufeisenform, eine Länge von 20 bis 25 cm, ist straff mit der hinteren Bauchwand verwachsen und liegt retroperitoneal. In der Mitte des Duodenums befindet sich eine warzenförmige Erhebung, die Papilla vateri, auch Vater’sche Papille. Auf dieser Papille münden zwei Ausführungsgänge, einmal von der Bauchspeicheldrüse, der Ductus pancreaticus, und von der Leber und der Gallenblase, der Ductus choledochus. Das Duodenum macht dann einen scharfen Knick, die Flexura dudenijejunalis.

Dann kommt der zweite Teil des Dünndarms, der Leerdarm (Jejunum). Der Leerdarm macht zwei Fünftel der gesamten Dünndarmlänge aus und liegt in Form von Schlingen überwiegend links im Oberbauch. Das Jejunum geht ohne erkennbaren Grenzen in den dritten Teil, den Krummdarm (Ileum), über. Der Krummdarm liegt überwiegend rechts im Unterbauch, ist intraperitoneal und nimmt ca. drei Fünftel der Gesamtlänge ein. Jejunum und Ileum sind mittels Bindegewebe locker an der hinteren Bauchwand befestigt, dieses Aufhängeband nennen wir auch Mesenterium oder Gekröse. Der erste Teil des Duodenums zeigt eine zwiebelartige Ausdehnung, Bulbus duodeni.

Der Wandaufbau des Dünndarms

Der Wandaufbau des Dünndarms ist fast identisch mit dem des Magens. Die innerste Schicht ist die Schleimhaut (Tunica mucosa), bestehend aus Zylinderepithelgewebe. In der Schleimhaut sind Drüsen eingelagert, die im Duodenum Brummersche Drüsen, im Rest des Dünndarms heißen sie Becherzellen. Darauf folgt eine zweite Schicht aus Bindegewebe (Tunica submucosa). Die dritte Schicht, die Tunica muscularis,

besteht aus zwei Muskelschichten: die innere ist quer-, die äußere längsverlaufend. Die äußere Schicht ist serös, die Tunica serosa.

Die Resorption durch den Dünndarm

Eine große Aufgabe des Dünndarms ist die Resorption. Um die Resorption zu vergrößern, muß die Fläche vergrößert werden. Um die Resorptionsfläche zu vergrößern, hat der Dünndarm einige Einrichtungen, die Falten. Die Falten des Dünndarms nennt man auch die Kerckring’schen Schleimhautfalten, die zusätzlich noch Vertiefungen aufweisen. Die Erhöhungen (Höhe: 1 mm) bezeichnen wir als Zotten, zwischen den Zotten sind Vertiefungen (Krypten, Lieberkühnsche Krypten). In der Tiefe der Krypten befinden sich Paneth’sche Zellen, welche den Dünndarmsaft. Auf der Oberfläche der Zotten befinden sich weitere kleine Erhebungen, die Mikrozotten (Mikrovillis).

Die Aufgaben des Dünndarms

  • Produktion von Dünndarmsaft (3 l in 24 Std.)

  • Resorption von Wasser

  • Bildung von Enzymen

  • Aufspaltung aller Nährstoffe durch die Enzyme

  • Resorption der Nährstoffe durch die Dünndarmwand

  • Bildung von Hormonen

  • Transport des Speisebreies durch peristaltische Bewegungen

Aufgaben des Dünndarms bei der Kohlenhydratverwertung

Als erstes wirkt ein Enzym aus der Bauchspeicheldrüse (Pankreasamylase) auf den Speisebrei ein und spaltet den Rest der Kohlenhydrate bis zum Disaccharid auf. Danach wirkt eine Gruppe von mindestens drei Enzymen (die Glucosidasen, Sammelbegriff) auf die Kohlenhydrate ein. Diese Glucosidasen spalten alle Zweifachzucker zu Einfachzuckern. Als Einfachzucker sind sie von der Darmwand resorbierbar und verbleiben bis zu einer Konzentration von 80 bis 120 mg% im strömenden Blut. Der Überschuß wird von der Vena porta aufgenommen, bindet sich an das Haemoglobin, wird zur Leber und Muskulatur transportiert, zu Glykogen umgewandelt und dort gespeichert. Dieses ist nur möglich bei ausreichendem Vorhandensein von Insulin.

Aufgabe des Insulins

  • Transport der Glucose zu den Speicherorganen

  • Öffnung der Speicherorgane für die Glucose, damit diese eingeschleust werden kann

  • Umwandlung der Glucose zu Glykogen

  • Speicherung des Glykogens

  • Glukoseoxidation

Ohne Insulin verbleiben die gesamten Kohlenhydrate im Blut. Insulin wird im Pankreas produziert.

Weitere Hormone, die Insulinantangonisten, sorgen dafür, dass die gespeicherte Energie aus den Speicherorganen in Glucos umgewandelt wird und dann ins Blut gelangt.

  • Adrenalin aus dem Nebennierenmark

  • Cortison aus der Nebennierenrinde

  • T3, T4 aus der Schilddrüse

  • Nor-Adrenalin aus dem Gehirn und dem Nebennierenmark

  • Somatotropin aus dem Hypophysenlappen (Wachstumshormon)

  • Testosteron

  • Glukagon aus der Bauchspeicheldrüse (nur für das Glykogen aus der Leber)

Aufgaben des Dünndarms bei der Eiweißverdauung

Auf die vorgespaltenen Eiweiße wirken zwei Enzyme des Pankreas,

Trypsinogen und Chymotrypsinogen, sowie das Enzym Enterokinase aus dem Duodenum. Diese Enzyme spalten gemeinsam die Eiweiße bis auf die kleinsten Bausteine, den Aminosäuren, auf. Diese Aminosäuren werden durch die Dünndarmwand resorbiert und komplett über die Vena portae zur Leber gebracht. In der Leber werden daraus körpereigene Eiweiße aufgebaut (Albumine, Globuline, Fibrinogen, Gerinnungsfaktor Prothrombin, SGOT, SGPT, -GT, LDH, HBDH). Diese in der Leber aufgebauten Enzyme werden unter einer Sammelbezeichnung genannt: Transaminasen. Eiweiße und Aminosäuren können im Organismus nicht gespeichert werden, der Bedarf beträgt 1 g pro kg Körpergewicht täglich.

Aufgaben bei der Fettverdauung

Auf die im Dünndarm ankommenden Fette wirkt als erstes die Gallensäure aus der Leber ein, welche die Fette emulgiert. Weiterhin wirken zwei Enzyme aus der Bauchspeicheldrüse sowie aus dem Dünndarmsaft auf die emulgierten Fette ein, beide haben den Namen Lipase: Darmlipase und Pankreaslipase. Diese beiden Lipasen werden, bevor sie wirksam werden, durch die Gallensäure aktiviert. Die Lipasen spalten die Fette bis zu den kleinsten Bausteinen Glycerin und jeweils drei Fettsäuren auf. In dieser Form sind sie dann resorbierbar und werden innerhalb der Darmwand, während der Resorption, durch dort vorhandene Enzyme größtenteils wieder zusammengebaut. Ein geringer Teil dieser resorbierten Fette wird über die Vena portae zur Leber gebracht. Der überwiegende Teil der resorbierten Fette wird von den sogenannten Chylusgefäßen (Lymphkapillargefäßen) aufgenommen. Diese Chylusgefäße vereinigen sich im oberen Abdomen kurz unter dem Diaphragma zu einem großen gemeinsamen Hauptlymphgang. Dieser Gang wird auch als Ductus thoracicus oder Milchbrustgang bezeichnet. Dieser Milchbrustgang durchbohrt das Zwerchfell, zieht im Mediastinum aufwärts, verläuft hinter dem Herzen und mündet in den linken Venenwinkel. Die Bezeichnung Milchbrustgang kommt daher, dass erstens der Gang durch die Brust verläuft und zweitens die Flüssigkeit durch das Fett milchig trüb aussieht. Das Fett geht über das Lymphsystem, damit es sich außerhalb der Leber abspeichert und die Leber ihre anderen Aufgaben nicht verliert.

Der Dickdarm (Intestinum crassum)

Der Dickdarm hat eine nach unten offene Hufeisenform mit einer Länge von etwa 1 bis 1,2 m. An der Stelle, wo das Ileum in den Dickdarm einmündet, befindet sich eine Klappe, die aus Schleimhautfalten besteht. Sie heißt Ileocoecalklappe oder auch Bauhin’sche Klappe. Ihre Aufgabe besteht darin, dass nichts mehr in den Dünndarm zurücktransportiert werden kann. Der Dickdarm wird eingeteilt in drei Abschnitte: der erste Teil ist der Blinddarm (Coecum, Caecum). Dieser Teil hat noch ein Anhängsel, den Wurmfortsatz (Appendix), dieser besteht aus lymphatischem Gewebe und dient der Spezialisierung der Lymphozyten (B-Zellen).

Der zweite Teil heißt Grimmdarm (Colon). Das Colon besteht aus vier Abschnitten: der aufsteigende Teil (Colon ascendens) geht bis zur Leber, macht dort einen Knick (Flexura hepatica, Flexura dexter). Daran schließt sich das Colon transversum, der querverlaufende Dickdarm an, dieser geht bis zur Milz (Lien, Splen) und macht dort wieder einen Knick (Flexura lienalis, Flexura sinister). Danach folgt der absteigende Teil (Colon descendens). Der vierte Teil ist das Sigma (Colon sigmoideum).

Der dritte Teil des Dickdarms ist der Enddarm, auch Mastdarm (Rectum).

Intraperitoneal verläuft nur der querverlaufende Teil, die anderen beiden Teile verlaufen retroperitoneal.

Aufbau der Dickdarmwand

Die innerste Schicht ist eine Schleimhaut (Tunica mucosa). Diese Schleimhaut weist Becherzellen auf, die Schleim produzieren. Sie besitzt keine Zotten, wofür die Krypten tiefer sind. Die zweite Schicht (Tunica submucosa) ist eine verschiebliche Bindegewebsschicht. Danach kommt die Tunica muskularis, sie besteht aus zwei Schichten glatter Muskulatur. Die innere Schicht der Tunica muskularis verläuft ringförmig, die äußere Muskelschicht ist längsverlaufend und ist zu drei bandförmigen Muskelstreifen zusammengefaßt. Diese bezeichnen wir als Taenien. Zwischen diesen Taenien treten während der Kontraktionen Ausstölpungen oder Vorwölbungen (Haustren) hervor. Die Taenien und Haustren finden wir im gesamten Dickdarm bis zum Sigma, danach ist nur eine flächenförmige Ausdehnung der Muskulatur zu finden. Nach der Tunica muskularis kommt die Tunica serosa, das Bauchfell, welches den Dickdarm nur an der Vorderseite ganz bzw. teilweise bedeckt. Der komplette Dickdarm ist mit einem Aufhängeband (Gekröse, Mesenterium, Mesocolon) an der hinteren Bauchwand befestigt, wobei er recht locker aufgehängt ist, damit er volle Bewegungsfreiheit hat.

Die Dickdarmarbeit

Unter der Dickdarmarbeit verstehen wir die peristaltische Bewegung, die überwiegend über reflektorische Dehnungsreize gesteuert wird, d. h. der Dickdarm arbeitet nur dann, wenn er wirklich Nahrung durch die Ileocoecalklappe erhält. Des weiteren wird die Arbeit über das autonome Nervensystem gesteuert, der N. parasympathicus fördert, der N. sympathicus bremst die Dickdarmarbeit.

Am Ende des Rectums befinden sich zwei Schließmuskel: der innere und der äußere Schließmuskel (M. sphinctus ani internus, M. sphinctus ani externus). Der innere Schließmuskel besteht aus glatter Muskulatur und wird vom autonomen Nervensystem gesteuert. Der N. parasympathicus bringt den inneren Schließmuskel zur Erschlaffung, also zum Öffnen. Der N. sympathicus veranlaßt den Schließmuskel zur Dauerkontraktion.

Der äußere Schließmuskel liegt um den inneren Schließmuskel herum, besteht aus quergestreifter Muskulatur, ist somit willentlich bedienbar und man kann dadurch die Darmentleerung eine gewisse Zeit aufhalten.

Die Aufgaben des Dickdarms

  • Resorption von Wasser

  • Etwa 90 % des vom Dünndarm mitgewanderten Wassers wird rückresorbiert, dieses trifft bei einer Aufenthaltsdauer von ca. 8 Std. zu. Bei einem längeren Aufenthalt wird mehr Wasser, bei einem kürzeren Aufenthalt weniger Wasser rückresorbiet.

  • Schleimproduktion in den Becherzellen

  • Transport des Chymus

  • Umwandlung aller unverdaulichen Nahrungsbestandteile zum Stuhl durch Dickdarmbakterien (z. B. Escheria coli, Enterokokken, Milchsäurebazillen (Lactobazillen)), sie bewirken Fäulnis und Gärung, Vitaminaufbau (B12, K). Bei dieser Bakterienarbeit im Darm entstehen Gase. Diese Gase werden zu etwa 90 % durch die Dickdarmwand resorbiert, über die V. portae zur Leber gebracht und dort entgiftet und abgebaut.

Stuhl

75 %

Wasser

10 %

unverdauliche Nahrungsstoffe, Ballaststoffe

7 – 8 %

abgestoßene Dickdarmepithelien

7 – 8 %

Bakterien

Die Farbe kommt durch das Sterkobilin.

Obstipation

Konstistenz: viel zu wenig Wasser

Gefahr: Ileus

Diarrhoe

  • Konstistenz: stark wasserhaltig

  • Gefahr: Exsiccose

Der Blutkreislauf des ungeborenen Kindes

Am 21. Entwicklungstag hat ein Embryo ein schlagendes Herz und einen eigenen Blutkreislauf. Da die Lungen des ungeborenen Kindes nicht ausgebildet sind und somit kein Gasaustausch stattfindet, muss das Blut einen anderen Weg gehen als beim geborenen. Über eine mütterliche Arterie wird sauerstoffreiches Blut zur Placenta geführt. Durch die Placenta hindurch findet per Diffusion ein Gasaustausch statt. Die Nabelvene nimmt den Sauerstoff auf und somit sauerstoffreiches Blut beinhaltet. Die Nabelvene führt einen Teil dieses sauerstoffreichen Blutes in die Vena cava inferior und vermischt es mit sauerstoffarmen Blut. Der Gang zur Vena cava inferior ist zusätzlich angelegt, damit dieses sauerstoffreiche Blut nicht komplett zur Leber gebracht wird. Der Gang, der die Leber umgeht, heißt Ductus venosus. Der Rest des Blutes geht den normalen Weg über die Pfortader zur Leber, von hier zur unteren Hohlvene. Im weiteren Verlauf des embryonalen Kreislaufs gibt es kein sauerstoffreiches Blut mehr, sondern nur noch Mischblut. Die untere Hohlvene mündet dann in den rechten Vorhof. Da diese große Menge Blut nicht komplett zur Lunge gelangen soll, befindet sich im Septum zwischen den beiden Vorhöfen eine Öffnung, das Foramen ovale. Dieses Blut, welches in den linken Vorhof gelangt, wird dann den ganz normalen Weg weitergehen über die Aorta und die Organe. Ein kleiner Teil des Blutes wird vom rechten Vorhof in die rechte Kammer und dann in die Lunge gebracht. Dieses ist aber immer noch eine zu große Blutmenge, es wird jetzt über einen dritten eingeschalteten Kurzschluss, dem Ductus Botallo, zwischen Truncus pulmonales und Aorta die Lunge umgangen. Der Rest des ungeborenen Kreislaufs geschieht wie beim geborenen. Das sauerstoffarme Blut des ungeborenen Kindes wird über zwei Nabelarterien zur Placenta gebracht und dort wieder ausgetauscht. Die Nabelvene und die beiden Nabelarterien bilden zusammen die Nabelschnur. Ein ungeborenes Kind hat drei zusätzliche Verbindungen, um den Gasaustausch in der Lunge zu verhindern. Nach der Geburt veröden Ductus Botallo und Ductus venosus, und das Foramen ovale schließt sich.

  • Ductus Botallo

  • Foramen ovale

  • Ductus venosus

  • Nabelvene

  • Nabelarterie

  • Placenta

  • mütterliche Vene

  • mütterliche Arterie

Die Bauchspeicheldrüse

Die Bauchspeicheldrüse ist ein langgestrecktes Organ, das an der hinteren Bauchwand (retroperitoneal) etwa in der Höhe des ersten Lendenwirbelkörpers liegt. Sie liegt zum Teil hinter, zum Teil unter dem Magen. Das Gewicht beträgt ca. 60 – 100 g, die Länge 20 cm, die Breit 3,5 cm. Sie wird in Kopf (Caput), Körper (Corpus) und Schwanz (Cauda) eingeteilt. Der Pankreaskopf liegt in dem nach links offenen Hufeisen des Duodenums, der Schwanz reicht rüber bis zur Milz.

Die arterielle Blutversorgung geschieht über zwei Gefäße: Truncus coeliacus und A. mesenterica superior. Die venöse “Entsorgung” übernimmt die V. pancreatica, die in die V. Portae mündet, von der Leber über die V. hepatica zur V. cava inferior.

Die Bauchspeicheldrüse besteht aus alveolärem Drüsengewebe und ist in der gesamten Länge von einem stark verzweigten, ein bis zwei Millimeter starkem Ausführungsgeng (Ductus pancreaticus) durchzogen, dieser mündet zusammen mit dem Ductus choledochus auf der Papilla vateri (Duodenum). In dieser Einmündungsstelle gibt es einen Schließmuskel, M. sphincter oddi.

Anatomisch und funktionell wird das Pankreas in zwei Anteile unterteilt, in das exokrine und das endokrine Parenchym (spezifisches Organ).

Im exokrinen Parenchym (äußere Sekretion) wird der Bauchspeichel produziert und nach außen, ins Duodenum abgegeben.

Das exokrine Parenchym

Das exokrine Parenchym macht den größten Teil des Pankreas aus (98 %). Hier wird der Bauchspeichel produziert (1,5 l / Tag). Das exokrine Parenchym wird zur Sekretabgabe ins Duodenum bei pH-Werten unter 4 im Duodenum, bei Anwesenheit von Fett im Duodenum sowie bei Anwesenheit von Eiweißspaltprodukten stimuliert.

Unter diesen Gegebenheiten werden in der Schleimhaut des Duodenums zwei Hormone gebildet: Sekretin und CCK-PZ.

Sekretin stoppt die Magensaftproduktion und stimuliert das Pankreas zur Abgabe von großen Mengen wasserhaltigen, fermentartigen und bikarbonatreichen Bauchspeichels.

Das CCK-PZ, Cholezystokinin-Pancreozymin, stimuliert das Pankreas zur Abgabe geringer Mengen fermentreichen Bauchspeichels.

Die Bestandteile des Pankreassaftes sind Wasser, Elektrolyte, Bikarbonat und Enzyme.

Der Pankreassaft löst alkalische Reaktionen aus, hat einen pH-Wert von 8,0 bis 9,0 und dient der Neutralisation des Dünndarmsaftes, der, durch den Magensaft bedingt, sauer ist. Da das Bikarbonat (HCO3) freie Hydroxidionen (H) zu Kohlensäure (H2CO3) binden kann, das zu CO2 und H2O zerfällt.

Im Pankreassaft sind folgende Enzyme enthalten: Amylase, Lipase, Trypsinogen und Chymotrypsinogen. Amylase spaltet Mehrfachzucker zu Einfachzuckern. Lipase wird durch Gallensäure aktiviert und spaltet Fette zu Glycerin und Fettsäuren. Ein weiteres Hormon aus dem Dünndarmsaft, Enterokinase, aktiviert Trypsinogen und Chymotrypsinogen zu Trypsin und Chymotrypsin, die Polypeptide zu Oligpeptide und schließlich zu Dipeptide spalten.

Das endokrine Parenchym

Der zweite Teil des Pankreas ist das endokrine Parenchym, es macht 2 % des Pankreasgewebes aus, kommt inselartig verstreut in der gesamten Bauchspeicheldrüse vor, besonders im Schwanzteil. Es wird auch das Inselorgan, das Langerhans’sche Inselorgan oder Langerhans’sche Insel genannt. Diese Inseln werden in verschiedene Zelltypen eingeteilt: A-Zellen, A1-Zellen (=G-Zellen), B-Zellen und D-Zellen. Die A-Zellen produzieren Glukagon, dessen Aufgaben Förderung des Glykogenabbaus aus der Leber und Umwandlung in Glukose und anschließend dessen Abgabe in das strömende Blut gehört. Das Fehlen von Glukagon (Insulinantagonist) verursacht keine Krankheit. Weiterhin fördert Glukagon die Glukoseneubildung (Glukoneokinese) aus der Milchsäure.

Die A1- oder auch G-Zellen produzieren das Hormon Gastrin. Die Wirkung des Gastrins besteht sowohl in der Förderung der Magensaftproduktion als auch in der Gallen- und Bauchspeichelsekretion.

Die D-Zellen produzieren das Hormon Somatostatin. Es bremst die Magen- und Darmbewegung sowie die Bildung von Insulin und Glukagon. Somatostatin hat Wirkung auf den Hypophysenvorderlappen und bremst dort die Abgabe von Somatotropin (Wachstumshormon).

Die Insulinproduktion findet in den B-Zellen statt.

Aufgaben des Insulins

  • Öffnung der Speicherorgane

  • Umwandlung von Glucose zu Glukogen

  • Transport zu den Speicherorganen, Muskulatur und Leber

  • Insulin sorgt für gesteigertes Eindringen von Sauerstoff in die Zellen, Glucoseoxidation

  • Steigerung der Eiweißsynthese in der Leber

  • Förderung des Aufbaus der Triglyceride in der Leber

  • Insulin senkt den Blutzuckerspiegel

Ein hoher Blutzuckerwert löst durch den N. sympathikus den wichtigsten Reiz für die Insulinproduktion aus.